{"id":32,"date":"2016-06-02T10:15:42","date_gmt":"2016-06-02T10:15:42","guid":{"rendered":"http:\/\/bsv-rees-feldmark.de\/?page_id=32"},"modified":"2019-12-29T15:55:41","modified_gmt":"2019-12-29T15:55:41","slug":"die-frueheren-reeser-schuetzengilden","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bsv-rees-feldmark.de\/?page_id=32","title":{"rendered":"Die fr\u00fcheren Reeser Sch\u00fctzengilden"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Vorg\u00e4nger unserer heutigen Sch\u00fctzenvereine <\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">&#8222;FREIHEIT&#8220; war der wesentliche Bestandteil des alten Reeser Stadrechtes. Der Ursprung der Reeser Sch\u00fctzengilden f\u00e4llt ohne Zweifel mit der im Jahre 1228 unter Erzbischof Heinrich von Molenark erfolgten Stadterhebung und der damit verbundenen Verpflichtung zur Befestigung und Verteidigung unserer Vaterstadt zusammen. W\u00e4hrend vor der Stadterhebung die Verteidigung der bereits befestigen Ortschaft dem Ritter von Rees oblag, wurde diese nun eine echte B\u00fcrgerpflicht. Verantwortlich f\u00fcr die Befestigungswerke war der Magistrat noch bis Anfang des 17. Jahrhunderts.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Jeder wehrf\u00e4hige Mann mu\u00dfte sich nun in den damaligen Waffen \u00fcben und zu eben diesem Zwecke bildeten sich die Sch\u00fctzengilden.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Auf den &#8222;Schie\u00dfbahnen&#8220; suchte sich jedem beim Schie\u00dfen nach der Scheiber hervorzutun. Wie oft mu\u00dften die Reeser B\u00fcrger in den unruhigen Zeiten des 13. Jahrhunderts zur Verteidigung auf die Stadtw\u00e4lle, oder mu\u00dften st\u00e4dtische F\u00e4hnlein au\u00dferhalb der Stadt fehdelustige klevische Ritter vertreiben. Ihre Hauptwaffe war die von den Rittern verschm\u00e4hte Armbrust.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Interessant in diesem Zusammenhang ist die Verf\u00fcgung des K\u00f6lner Erzbischofs Konrad von Hochstaden, der bereits 1240 den Reeser B\u00fcrgern das Vorrecht einr\u00e4umte, da\u00df sie nur bis 4 Meilen vor der Stadt Heeresfolge zu leisten brauchten.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">In den ruhigen Zeiten wurden allj\u00e4hrlich Sch\u00fctzenfeste abgehalten, welche f\u00fcr die B\u00fcrger bald dieselbe Bedeutung gewannen wie die Turniere der Ritter.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Ob die Reeser Sch\u00fctzengilden urspr\u00fcnglich schon eine gschlossene K\u00f6rperschaft bildeten oder ob sie nur zu \u00dcbungen und Festlichkeiten und in Zelten der Gefahr zusammentraten, l\u00e4\u00dft sich nicht mit Sicherheit ermitteln. Vermutlich waren sie aber schon vor 1473 Gesellschaften mit Statuten. Dechant Arnold Heymerick aus Xanten erw\u00e4hnt in seiner ber\u00fchmten Schilderung \u00fcber die am 20. August 1464 stattgefundene &#8222;Viktorstracht&#8220; auch die Teilnahme eines &#8222;ansehnlichen Kontingents Reeser Sch\u00fctzen&#8220; an der Festprozession vom Dom zum F\u00fcrstenberg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die B\u00fcrgerschaft unserer Stadt war in drei Sendschaften eingeteilt: Die Oberl\u00e4nder-Sendschaft, Die Dellstra\u00dfen- und Rheinstra\u00dfen-Sendschaft. F\u00fcr jede Sendschaft bestand eine Gilde.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Dem christlichen Zeitgeist entsprechend stellten sich die Gilden unter den Schutz eines Patrones und nahmen gemeinsam teil an kirchlichen Festen und Prozessionen. Vielfach hatten die Gilden in der Kirche einen Altar, der dem Gildepatron geweiht war.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die \u00e4lteste Nachricht \u00fcber das Bestehen einer Sch\u00fctzengilde ist uns von der HL. GEIST-GILDE der Oberl\u00e4nder-Sendschaft \u00fcberliefert. In einer Urkunde aus dem Jahre 1449, am Dienstag nach Maria-Himmelfahrt, verzichten die Gildemeister der Hl. Geist-Hilde, n\u00e4mlich Johann v. den Born, Jhann Konnynk und Nold Rogen vor dem B\u00fcrgermeister Arnt van Ryswick zu Rees, zum Frommen der Liebfrauenmesse, die Sonntags auf dem Herrn Bernt&#8217;s-Altar von Holt gesungen wird, auf eine Reihe von Erbrenten. Weitere Erw\u00e4hnung findet diese Gilde nur noch in Urkunden von 1529 und 1588.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Die St. Sebastians-Gilde<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Auch die St. Sebastians-Gilde stammt aus dem Mittelalter. Sie bestand in der Dellstra\u00dfen-Sendschaft. Laut Eintragung im Gildebuch wurde sie zwar erst 1536 gegr\u00fcndet, sie mu\u00df jedoch \u00e4lter gewesen sein, denn im Nachla\u00df der Gilde befinden sich Urkunden von 1530 und 1487, in denen der Name der Sch\u00fctzengilde bereits genannt wird.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Mit der Vervollkommung und allgemeinen Einf\u00fchrung der Schie\u00dfb\u00fcchsen erhoben sich nun vielfach Streitigkeiten in Bezugauf den ferneren Bebrauch der alten B\u00fcrger- und Sch\u00fctzenwaffe, der Armbrust. Schon um die Mitte des 16. Jahrhunderts scheint diese Frage zu Gunsten der B\u00fcchse entschieden zu sein. Eine klevische Anordnung vom 22. April 1569 besagt: &#8222;Damit jedoch die Untertanen mit dem Gebrauch der Schu\u00dfwaffen in diesen gef\u00e4hrlichen Zeiten vertraut bleiben, sollen in den St\u00e4dten und D\u00f6rfern die Doelen (Vogelstangen) wieder aufgerichtet und an Feiertagen und nach dem Gottesdienst oder sonst noch jeden Orts mit langen R\u00f6hren Schie\u00df\u00fcbungen angestelltw werden.&#8220;<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Infolge diese gef\u00e4hrlichen Zeiten und krigerischen Verwicklungen im Herzogtum Kleve, wovon auch die Stadt Rees nicht verschont blieb, war das Feiern ovn Sch\u00fctzenfeste jahrelang verboten.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Erst im Jahre 1609 gestattete der Reeser Magistrat wieder die Abhaltung einer solchen Feier.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Schon w\u00e4hrend der holl\u00e4ndischen Besatzungszeit (1614-1672) wurden die Sch\u00fctzen in der Aus\u00fcbung ihrer wichtigsten Vorrechte, der Verteidigung der Stadt, durch die Besatzer abgel\u00f6st, und so sanken sie mit dem Fortfall ihres urspr\u00fcnglichen Zweckes schon bald zu einer einfachen Vergn\u00fcgungsgesellschaft herab. Das Haupt-Vogelschie\u00dfen der St. Sebastians-Gilde fand in fr\u00fchrer Zeit j\u00e4hrlich am Dreifaltigkeitssonntag statt und gestaltete sich immer mehrzu einem wahren Volksfest. Diese Feste waren dem sparsamen Soldatenk\u00f6nig Friedrich Wilhelm von Preu\u00dfen ein Dorn im Auge und mit Dekret vom 18. Mai 1727 verbot er die Abhaltung von Sch\u00fctzenfesten und verf\u00fcgte sogar die Aufhebung aller Gilden mit der Begr\u00fcndung: &#8222;Sch\u00fctzenspiel ist M\u00fc\u00dfiggang!&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die Reeser Gilden scheinen sich um dieses Verbot wenig gek\u00fcmmert zu haben, denn am 13. Juni 1733 marschiert die St. Sebastians-Gilde &#8222;mit v\u00f6lligem Gewehr, Fahn, Trommel und auch Spielleuten in ordre mit gro\u00dfem Triumph aus der Dellpoort nach dem Schie\u00dfplatz, allwo der alte Fahnenjunker Derk Mostert den Preyss als K\u00f6nig mit dem Schu\u00df davongetragen&#8220;.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Im Jahre 1735 kam es sogar zu einem ernsthaften Konflikt zwischen dem Magistrat und der Sch\u00fctzengilde. Der Anla\u00df hierzu war die geschlossene Teilnahme der Sankt Sebastianer und der anderen Sch\u00fctzengilden bei der Einf\u00fchrungsfeier f\u00fcr den neuen probst sowie die Ausschm\u00fcckung der Stra\u00dfen und die Stellung des Ehrengeleites bei der Fronleichnamsprozession.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Alle Anstrengungen des Magistrats, dem k\u00f6niglichen Verbot Respekt zu verschaffen, blieben erfolglos. Die Mitglieder der Jungsch\u00fctzen-Kompanien hatten es geradezu darauf abgesehen, dem allzu k\u00f6nigstreuen Magistrat Schwierigkeiten zu bereiten. Um die Aufrechterhaltung der \u00f6ffentlichen Sicherheit und Ordnung gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen, forderte der Magistrat im folgenden Jahr f\u00fcr die Dauer der Sakramentsprozession von der Garnison Wesel eine Kompanie Soldaten an zur Absicherung der Stadt.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">An all diesen Ausschreitungen war auch die &#8222;Estersche Junggesellen-Sch\u00fctzenkompanie nicht ganz unbeteiligt. Im Jahre 1798 sahen sich nach einer k\u00f6niglichen Verf\u00fcgung die Reeser Sch\u00fctzengilden zur Aufl\u00f6sung gezwungen. Bestehen blieb lediglich die 1769 aus der Sankt Sebastianus-Gilde hervorgegangene Bruderschaft, deren Mitglieder sich nur einer karitativen T\u00e4tigkeit widmeten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Die St. Georgs-Sch\u00fctzengilde<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Als dritte Gilde bestand in Rees die St. Georgs-Sch\u00fctzengilde. Sie war der Rheinstra\u00dfen-Sendschaft zugeh\u00f6rig, doch sind in einem aufgefundenen Mitgliederverzeichis auch Personen aus Hueth, Sonsfeld, Groin und Bergswick aufgef\u00fchrt.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Wie aus dem Ratsprotokoll vom 10.08.1667 zu ersehen, wurde aus Anla\u00df der Huldigungsfeier f\u00fcr die Kurf\u00fcrstin Henriette von Brandenburg vom Magistrat eine Kompanie Jungsch\u00fctzen der Sankt Georgs-Gilde unter Beteiligung der Bergswicker, Polldyck&#8217;schen und Hagewicker Jungsch\u00fctzen als Ehreneskorte bestimmt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Der Vorstand der St. Georgs-Gilde bestand aus dem Major, dem Hauptmann, den Leutnants, Sergeanten, den Fahnenjunkern oder F\u00e4nrichen und den Gildemeistern. Die Ersteeren hatten dir Ordnung in der Gilde aufrecht zu erhalten, \u00dcbertretungen zu bestrafen und das Verm\u00f6gen der Gilde zu \u00fcberwachen. Dem Gildemeister oblag die Organisation bei der Feier des Sankt Georgs-Tages. Insbesondere hatte er f\u00fcr Essen und Trinken bei der Feier zu sorgen. Der Gildemeister wurde stets zwei Jahre im voraus gew\u00e4hlt. Am St. Georgs-Tage, 25. April, oder wenn dieser Tag in die Karwoche, auf Ostern oder \u00fcberhaupt auf eine ungelegene Zeit fiel, an einem anderen Tage wohnten die Gildebr\u00fcder in der Pfarrkirche iener heiligen Messe bei. Anschlie\u00dfend versammelten sie sich in einem Reeser Gasthof, wo Rechnung gelegt wurde. Desweiteren wurde das Jahresprogramm durchberaten und festgelegt. Zu diesen Versammlungen waren anscheinend auch die Frauen eingeladen, denn es hei\u00dft ausdr\u00fccklich in den Statuten: Der Gildemeister hat f\u00fcr das Getr\u00e4nk der Sch\u00fctzenbr\u00fcder Bier und der Sch\u00fctzenschwestern Branntwein zu sorgen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Am 24. Mai 1760 wurde folgendes Sch\u00fctzenfest-Regiment beschlossen:<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">I. Es werden ausgeschossen:<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1. ein silberner Pokal<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">2. ein Paar Handschuhe<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">3. ein Paar Handschuhe<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Der Erringer des 1. Preises ist gleichzeitig K\u00f6nig. Er ist verpflichtet, den Gildebr\u00fcdern 1\/2 Anker Wein zu stiften. Weitere Spenden sind dem K\u00f6nig freigestellt.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">II. soll sich keiner gel\u00fcsten lassen, Offizier oder Gemeiner, durch Schimpfen oder Stichelreden gegen seine Mitb\u00fcrder Friede und Einigkeit zu st\u00f6ren.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">III. Beim Ein- und Ausziehen oder sonstigen Z\u00fcgen soll es sich niemand einfallen lassen, innerhalb der Stadt sein Gewehr abzuschie\u00dfen, damit man sich nicht gegen die Allergn\u00e4digst verordneten k\u00f6niglichen Edikte vergehe und schwere Strafen und Verdrie\u00dflichkeiten sich zuziehe.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">IV. Niemand darf mit einer gezogenen B\u00fcchse nach der Scheibe schie\u00dfen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">V. Keiner ist erm\u00e4chtigt, Bier oder andere Getr\u00e4nke, welche der Bruderschaft geh\u00f6ren, aus dem Rekreationszimmer zu bringen oder Fremde in die Stube einzuf\u00fchren, ohne vorher die Erlaubnis der Bruderschaft eingeholt zu haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Jedes Vergehen wird entsprechend bestraft. Vor dem Ausziehen zur Scheibe werden die Satzungen durch den Sekret\u00e4r bekanntgemacht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">In der Pfarrkirche zu Rees steht eine fast lebensgro\u00dfe Schnitzgruppe des drachent\u00f6tenden Hl. Georg mit der knieenden K\u00f6nigstochter, ein Kunstwerk der Kalkarer Schnitzschule um 1530. Wahrscheinlich hatte das Bildnis seinen Platz ehemals in der St. Georgs-Kapelle in der Fledmark an der Weseler Stra\u00dfe. Diese Kapelle wurde wegen Bauf\u00e4lligkeit gegen Ende des 16. Jahrhunderts abgebrochen. Die Schnitzgruppe erhielt einen Ehrenplatz in der f\u00fcnfschiffigen Stiftskirche. Ob diese Skulptur eine Beziehung zu der St. Georgs-Gilde hatte, ist nicht bekannt.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Diese Gilde wurde 1798 durch k\u00f6nigliche Verf\u00fcgung ebenfalls gezwungen, sich aufzul\u00f6sen. Auch hier widmeten sich fortan einige Mitglieder der Bruderschaft, die aus der Gilde hervorgegangen war, karitativen Aufgaben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die letzten Mitglieder deiser Bruderschaft &#8211; alle waren Feldm\u00e4rker &#8211; fanden sich noch bis zum Ende des zweiten Weltkrieges jeden Sonntagmorgen in der Kirche zum gemeinsamen Gebet zusammen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die Sch\u00fctzengilden waren gestorben &#8211; das Sch\u00fctzenleben in Rees war dahin. Doch schon bald nach Beendigung der Freiheitskrige &#8211; am 24. Oktober 1833 &#8211; bildete sich im Reeser Stadtkern unter Zustimmung der Ortsbeh\u00f6rde ein neuer Sch\u00fctzenverein &#8211; der &#8222;B\u00fcrgersch\u00fctzenverein Rees&#8220;. In der damals d\u00fcnnbesiedelten Feldmark war eine solche M\u00f6glichkeit noch nicht gegeben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong> Gr\u00fcndung und Anfangsjahre des Feldmarker Sch\u00fctzenvereins<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Der erste Weltkrieg war zu Ende. Auch die Reeser Kriegsteilnehmer kehrten in ihre Heimat zur\u00fcck. Vielen jedoch war diese Heimkehr versagt. Sie ruhten als Opfer dieses unseligen Krieges in fremder Erde und wurden von ihren Angeh\u00f6rigen daheim vermi\u00df und betrauert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">F\u00fcr alle Heimkehrer begann nun nach jahrelangem Sch\u00fctzengraben-Dasein eine Umstellung ins Zivilleben. Die verheirateten V\u00e4ter wurden schon gleich mit der gro\u00dfen Not in der Heimat konfrontiert. Kr\u00e4ftiges Zupacken war \u00fcberall gefragt. Die jungen und noch ledigen Kriegsteilnehmer fanden sich h\u00e4ufig in kameradschaftlichen Runden wieder, wo sie im fr\u00f6hlichen Beisammensein die Unbilden der letzen Jahre m\u00f6glichst schnell vergessen wollten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">\u00dcberall kam es zu Gr\u00fcndungen von Junggesellen-Clubs. Da wollte man auch hier in der Feldmark nicht zur\u00fcckstehen. Uner der Devise: &#8222;Gemeinschaft und Kameradschaft&#8220; konstituierte sich der Junggesellen-Club &#8222;Lustige Br\u00fcder&#8220;. W\u00e4hrend nun in den umliegenden Gemeinden diese Clubs l\u00e4ngst in Vergessenheit geraten sind, kamen die Feldmarker Jung&#8217;s auf einen guten Gedanken. Sie wollten etwas Dauerhaftes schaffen. Und so reifte bei ihnen der Plan zur Gr\u00fcndung eines Sch\u00fctzenvereins in der Feldmark. Inzwischen waren auch die \u00e4lteren Feldmarker hellh\u00f6rig geworden und zeigten gro\u00dfes Interesse an der Verwirklichung deses Vorhabens.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die Gr\u00fcndungsversammlung fand am 21. August 1921 im Lokale Holzum statt. Hier wurde Schreinermeister Heinrich Ops\u00f6lder (H\u00e4n Penn) mit der Vereinsf\u00fchrung betraut. Ihm zur Seite standen Hermann Focke, Cornelius Postulart und Fritz M\u00f6llenbeck als Schriftf\u00fchrer. Der Verein gab sich den Namen &#8222;Allgemeiner Sch\u00fctzenverein Rees-Feldmark, Groin und Bergswick&#8220;. Die damals um sich greifende Geldentwertung erschwerte schon gleich beim Start des jungen Vereins eine geordnete Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung. Das hier festgesetzte Eintrittsgeld von 10,- RM und der Mitgliedsbeitrag von 20,- RM pro Jahr waren f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse horrend hoch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">So wurde denn auch das Gr\u00fcndungsfest am 23. Oktober 1921 im Saale Bettray im bescheidenen Rahmen gefeiert. Bei dem durchgef\u00fchrten Preis-Vogelschie\u00dfen wurde Josef Jansen erste K\u00f6nig des Feldmarker Sch\u00fctzenvereins. Nun geschah jedoch etwas, was f\u00fcr dieses Jahr noch nicht vorgesehen war. Der neue K\u00f6nig w\u00fcnschte sich eine K\u00f6nigin an seiner Seite und einen vollst\u00e4ndigen Thron, wobei er auf eine finanzielle Beisteuerung seitens des Verein verzichtete.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Gern kam der Vorstand diesem Wunsche nach und so wurde Paula Kronenberg, seine sp\u00e4tere Gattin, auch erste K\u00f6nigin im Verein. Der damals noch junge Sch\u00fctzenk\u00f6nig &#8211; ein gl\u00fchender Sch\u00fctzen-Idealist &#8211; hat bis zu seinem Tode die wechselvolle Geschichte des Vereins ma\u00dfgebend mitgestaltet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Am 27. und 28. Mai 1922 feierte der Verein sein erstes Stiftungsfest. Inzwischen hatte sich auch ein stattlicher Reiterzug gebildet, welcher unter Rittmeister Heinrich H\u00fcbers die Festz\u00fcge anf\u00fchrte. Sch\u00fctzenk\u00f6nig wurde der Vereins-Pr\u00e4sident Heinrich Ops\u00f6lder &#8211; seine K\u00f6nigin Frau Johanna Vennemann. Der Verein z\u00e4hlte mittlerweile bereits 270 Mitglieder.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">In der Generalversammlung am 25. Juni 1922 wurde der erste amtierende Vereinsvorstand gew\u00e4hlt. Er setzte sich danach wie folgt zusammen:<\/span><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1. Vorsitzender<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Heinr. Ops\u00f6lder<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Stellvertretender<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Theodor Arts<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Schriftf\u00fchrer<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Fritz M\u00f6llenbeck<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Kassierer<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Friedrich Tekaat<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Major<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Hermann Focke<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Hauptmann<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Josef Jansen<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Rittmeister<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Heinrich H\u00fcbers<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Adjudant<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Heinrich Ro\u00dfm\u00fcller<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Adjudant<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Jakob M\u00f6lders<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Adjudant<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Wilhelm H\u00fclsen<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Beisitzer<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">W. Schullenberg<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Beisitzer<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Heinrich Bleckmann<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Beisitzer<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Hermann Timp<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Leutnant<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Theo Fink<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Leutnant<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Karl Kostenhorst<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Leutnant<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Josef Jansen<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Leutnant<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Karl Ops\u00f6lder<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Feldwebel<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Karl Peters<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Feldwebel<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Heinrich Baumann<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Feldwebel<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Ed. Ditters<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Fahnenoffizier<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Theodor Helling<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Fahnenoffizier<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Heinrich Peters<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Fahnenoffizier<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Cornelius Vos<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Aus Gesundheitsgr\u00fcnden stellte der 1. Vorsitzende Heinrich Ops\u00f6lder im Jahre 1923 sein Amt zur Verf\u00fcgung. Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Theodor Art.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1924 wurde das Sch\u00fctzenfest erstmals in einem gro\u00dfen Festzelt gefeiert, das beim Rittmeister Heinrich H\u00fcbers an der Empeler Stra\u00dfe aufgebaut und sehr sch\u00f6n geschm\u00fcckt war. Die Festtage begannen mit einer Feierstunde am neuen Krieger-Ehrenmal im Stadtgarten. Dieses Ehrenmal war am 18. November 1923 eingeweiht und seiner Bestimmung \u00fcbergeben worden. Unser Sch\u00fctzenerein war zu dieser Feier in eindrucksvoller St\u00e4rke vertreten und hatte f\u00fcr den An- und Abmarsch das Millinger Tambour-Corps verpflichtet. Hier am Ort bestand noch kein Spielmannszug. Dieser wurde erst im Fr\u00fchjahr 1924 gegr\u00fcndet, besteht noch heute und ist bei all unseren Vereinsveranstaltungen stets mit von der Partie. Die Leitung dieses Tambour-Corps ist von Vater Fritz Roos auf Sohn Erwin \u00fcbergegangen. Demnach haben Vater und Sohn bisher 72 Jahre lang den Reeser Spielmannszug angef\u00fchrt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Beim Sch\u00fctzenfest 1925 stand ein gro\u00dfes Zelt auf dem Festplatz der Gastst\u00e4tte Steinbach. Aus Anla\u00df der Standartenweihe zeigte sich der Reiterzug unter F\u00fchrung des neuen Rittmeisters Wilhelm H\u00fclsen in neuer schmucker Uniform.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Als Hemmnis in einer gedeihlichen Fortentwicklung des Vereins wirkte die immer leidiger auftretende Lokalfrage. Nach Vergr\u00f6\u00dferung des vorhandenen Saales des Sch\u00fctzenbruders August Bettray gleubte die Ortsbeh\u00f6rde, die Standortfrage zur Abhaltung gro\u00dfer Festlichkeiten gel\u00f6st zu haben. Offensichtlich wurde hierbei aber nicht die Mitgliederst\u00e4rke des Feldmarker Sch\u00fctzenvereins in Erw\u00e4gung gezogen. Weil die Ortsbeh\u00f6rde die Genehmigung zur Aufstellung eines Zeltes innerhalb der Stadtgrenzen anl\u00e4\u00dflich der Feier des Sch\u00fctzenfestes 1927 versagte, wurde kurzerhand ein gro\u00dfes Festzelt auf der Wiese des Herrn Johann Kruse in der Gemarkung Groin erstellt. Nun kam es zum Eklat: Statt des reeser B\u00fcrgermeisters wurden die Groiner Gemeindevertreter Streuff und Nakath als Festg\u00e4ste eingeladen, die auch erschienen und freudigen Herzens an den Festlichkeiten teilnahmen. Aber auch dem Vereinswirt der 1. Kompanie &#8211; August Bettray &#8211; war durch leere Versprechungen, die h\u00f6hreren Orts nicht eingehalten werden konnten, \u00fcbel mitgespielt worden. Und so kam, was kommen mu\u00dfte. Aus nicht mehr eindeutig festzustellenden Gr\u00fcnden trennte sich 1927 die 1. Sch\u00fctzenkompanie vom Stammverein. Sie gr\u00fcndete einen neuen Verein unter dem Namen &#8222;B\u00fcrgersch\u00fctzenverein Rees-Feldmark, Groin und Bergswick&#8220;. Als Vereinslokal w\u00e4hlte man die Restauration Bettray. Der alte Verein blieb weiterhin in seinen bisherigen Vereinslokalen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Bis zum Ausbruch des II. Weltkrieges hatten wir es nun in der Feldmark mit zwei Sch\u00fctzenvereinen zu tun. Zweimal im Jahr wurde nun Sch\u00fctzenfest gefeiert und zwei Feldmarker K\u00f6nige residierten jeweils mit ihrem Hofstaat nebeneinander. Dem jungen Verein schlo\u00df sich der ebenfalls nach dem I. Weltkrieg gegr\u00fcndete Sch\u00fctzenverein &#8222;Tell&#8220; im Jahre 1935 als &#8222;Tell-Kompanie&#8220; an.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Dem Allgemeinen Sch\u00fctzenverein Rees-Feldmark, Groin und Bergswick gelang in dieser kritischen Zeit die Errichtung eines modernen Schie\u00dfstandes auf dem Grundst\u00fcck des Sch\u00fctzenbruders Peters an der Empeler Stra\u00dfe. Er wurde an den Sch\u00fctzenfesttagen 1931 seiner Bestimmung \u00fcbergeben.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Der bisher freiwillige Schie\u00dfsport erhielt nach und nach einen h\u00f6heren Stellenwert im Vereinsleben. Die Gleichschaltung aller &#8222;Wehrsport&#8220; treibenden Vereine lie\u00df auch die Sch\u00fctzenvereine nicht unber\u00fchrt. Das fr\u00f6hliche Vereinsleben r\u00fcckte zu Gunsten der &#8222;Ausbildung an der Waffe&#8220; in den Hintergrund. Zwangsweise \u00fcberf\u00fchrt wurden unsere Sch\u00fctzenvereine 1936 in den &#8222;Reichsverband f\u00fcr Leibes\u00fcbungen&#8220; und 1937 in den &#8222;Deutschen Sch\u00fctzenverband&#8220;. Begriffe, wie wir sie bis dato nicht kannten, finden wir pl\u00f6tzlich im Vereinsleben wieder. &#8222;Kampfmannschaft&#8220; &#8211; &#8222;Fernwettschie\u00dfen&#8220; &#8211; &#8222;WHW-Opferschie\u00dfen&#8220; sind nur einige, die immer h\u00e4ufiger in der Chronik des Vereins der Jahre 1935 bis 1939 auftauchen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Im Jahre 1932 wurde im Allgemeinen Sch\u00fctzenverein Rees-Feldmark bereits eine Jungsch\u00fctzen-Gruppe gebildet, in der sich auf Anhieb 20 junge Mitglieder im Alter von 16 bis 25 Jahren zusammenfanden.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Der Jugend gefiel das Hantieren mit der Waffe. Wen wundert&#8217;s daher, da\u00df die Jungsch\u00fctzengruppe unseres Vereins sich einer gro\u00dfen Beliebtheit erfreute. Dies umsomehr, als 1938 eine Kleinkaliber-Schie\u00dfgruppe gebildet wurde. Nur allzubald sollte aus diesem Spiel jedoch bitterer Ernst werden. Noch ahnte in diesen Jahren niemand, welchem Zweck die vom Nationalsozialismus betriebene staatliche F\u00f6rderung dieser &#8222;vormilit\u00e4rischen Ausbildung&#8220; diente.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die Jungsch\u00fctzen-Gruppe feierte in unserem Verein auch ihre eigenen Feste. Noch im Jahre 1939 wurde am Inselgasthof Nass in Grietherort ein tolles Sch\u00fctzenfest mit Vogelschie\u00dfen veranstaltet. Hierbei wurde Alwin Alipa\u00df Jungsch\u00fctzenk\u00f6nig, der sich Frl. Maria Merissen zur K\u00f6nigin erkor.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Der Ausbruch des II. Weltkrieges im September 1939 brachte die Vereinst\u00e4tigkeit gr\u00f6\u00dftenteils zum Erliegen. Unsere jungen Mitglieder wurden zur Wehrmacht einberufen und mu\u00dften viele Jahre auf allen Schlatfeldern ihren Dienst zum &#8222;Wohle des Vaterlandes&#8220; verrichten. Viele von ihnen sollten die geliebte Heimat nie wiedersehen. Sie ruhen in fremder Erde, weitab von zu Hause und erwarten dort den Tag der Auferstehung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die in der Heimat Verbliebenen, meist \u00e4ltere Mitglieder, widmeten sich der Betreuung der zum Kriegsdienst einberufenen Sch\u00fctzenkameraden durch Versendung von Liebesp\u00e4ckchen an die Front und h\u00e4ufig der manuellen Unterst\u00fctzung derer Angeh\u00f6rigen in der Feldmark bei Feld- und Gartenarbeiten.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Das letzte Sch\u00fctzen-K\u00f6nigspaar beim Allgemeinen Sch\u00fctzenverein waren Ernst Tepa\u00df mit Frl. Maria B\u00f6ing. Beim B\u00fcrgersch\u00fctzenverein residierten zuletzt Robert Nienhuysen und Frau Adelheid Drommelschmidt. In der Chronik des Allgemeinen Sch\u00fctzenvereins sind in den Jahren 1940 und 1941 noch insgesamt vier Versammlungen aufgezeichnet, auf denen jedoch nur bedeutungslose Regularien zur Sprache kamen. Der unselige Krieg hatte mittlerweile auch die Zivilbev\u00f6lkerung daheim voll und ganz erfa\u00dft. Fragen des \u00dcberlebens waren nun wichtiger geworden als das Feiern fr\u00f6hlicher Sch\u00fctzenfeste.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">In diesem gnadenlosen V\u00f6lkerringen hat auch unsere Heimat in den letzten Kriegstagen noch ihren Tribut \u00fcber Geb\u00fchr zahlen m\u00fcssen. Nach zwei gewaltigen Bombenangriffen der Royal-Air-Force am 16. und 24. Februar 1945, in deren Verlauf fast die gesamte Reeser Innenstadt in Schutt und Asche versank, vernichtete ein m\u00f6rderisches Trommelfeuer beim Rhein\u00fcbergang der Alliierten den Rest der noch intakten Bausubstanz unserer Vaterstadt. Auf einer Breite von 40 Kilometern belegten rund 3.500 Gesch\u00fctze aller Kaliber von Rheinberg bis Niederm\u00f6rmter stundenlang das rechte Rheinufer mit einer bis dahin nicht gekannten Feuerwand und brachten Tod und Verderben \u00fcber die rechtsrheinischen St\u00e4dte und D\u00f6rfer.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Nach der Eroberung von Rees durch die Allierten war unsere sch\u00f6ne Stadt zu 86% zerst\u00f6rt &#8211; dem Erdboden gleichgemacht. Das &#8222;Schatzk\u00e4stchen am Niederrhein&#8220; gab es nicht mehr.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>1949 &#8211; Die Wiedergeburt des Feldmarker Sch\u00fctzenvereins:<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Nach dem totalen Zusammenbruch im Fr\u00fchjahr 1945 fand die in den Schreckenstagen zum gr\u00f6\u00dften Teil evakuierte Bev\u00f6lkerung aus Stadt und Feldmark bei ihrer Heimkehr eine verw\u00fcstete und trostlose Heimat wieder. Unseren nach und nachaus der Kriegsgefangenschaft zur\u00fcckkehrenden V\u00e4tern und B\u00fcrdern erging es nicht anders. Wof\u00fcr hatten sie nun jahrelang die gr\u00f6\u00dften Opfer auf sich genommen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Es dauerte eine geraume Zeit, bis die \u00fcberall festzustellende Lethargie \u00fcberwunden war. Die Sorgen der Zur\u00fcckgekehrten galten zun\u00e4chst vordringlich dem Wiederaufbau der zerst\u00f6rten Heimat. Aber das Leben geht trotz aller Not und allen Elends weiter. Wer erinnert sich heute noch daran, wie die Menschen es damals geschafft haben, trotz gewaltiger Entbehrungen wieder eine intakte Gemeinde zu erstellen? B\u00fcrgerschaft und verwaltung haben in dieser Anfangszeit Unglaubliches geleistet. Und es gelang! Allm\u00e4hlich kam wieder Ordnung in das Chaos. Nach und nach regte sich auch wieder das Interesse an Entspannung und Geselligkeit. Allerseits wurde der Versuch unternommen, dem Vereinsleben wieder einen Inhalt zu geben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die strengen Bestimmungen der damaligen britischen Milit\u00e4rregierung, welche einer Wiederzulassung nicht-konfessioneller Sch\u00fctzenvereine entgegenstanden, lie\u00dfen es zun\u00e4chst nicht zu, da\u00df die Reeser Sch\u00fctzenvereine sich wieder konstituieren konnten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Erst am 10. Juli 1949 versammelten sich nach Einladung des Sch\u00fctzenbruders Paul Jansen etwa 40 B\u00fcrger aus der Feldmark im Lokal Brauer-Tekaat, um die Wiedergr\u00fcndung eines Sch\u00fctzenvereins zu diskutieren. Von allen Anwesenden wurde ein solches Vorhaben gutgehei\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die Sitzung \u00fcber die Wiedervereinigung beider Feldmarker Vereine fand am 27. August 1949 statt. Mit allgemeiner Zustimmung erhielt der neue Verein den Namen: <strong><em>&#8222;B\u00fcrgersch\u00fctzenverein Rees-Feldmark, Groin und Bergswick&#8220;<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">In der ersten Mitgliederversammlung am 11. September 1949 wurde der neue Vereinsvorstand gebildet, wobei einstimmig Josef Jansen zum ersten und Heinrich Rossm\u00f6ller zum zweiten Vorsitzenden gew\u00e4hlt wurden. Major wurde Karl Peters, Hauptmann Heinrich Verhoeven und Leutnant Paul Arts. Das erste Sch\u00fctzenfest wurde vom 28. &#8211; 30. Mai 1950 in einem Festzelt des Gastwirts Josef van den H\u00f6vel gefeiert. Es stand unter dem Motto &#8222;Alle wieder unter einem Hut&#8220;. Ein Schie\u00dfen mit Gewehr erlaubte die damalige Milit\u00e4rregelung noch nicht. So mu\u00dfte der erste Nachkriegs-Sch\u00fctzenk\u00f6nig durch Armbrust-Schie\u00dfen ermittelt werden. Sch\u00fctzenk\u00f6nig wurde nach gezieltem Schu\u00df Wilhelm Becker, der sich Frau Wihelmine Ops\u00f6lder zur K\u00f6nigin erkor.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">An dem gro\u00dfen Festzug durch die Feldmark beteiligte sich wieder ein ansehnlicher Reiterzug unter F\u00fchrung des Rittmeisters Johann van de Locht. Vereinsfahne und Reiterstandarte, die den Krieg \u00fcberlebt hatten, wurden im Festzug mitgef\u00fchrt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Nach den leidvollen Jahres des Krieges er\u00f6ffnete dieses glanzvolle Sch\u00fctzenfest wieder den Reigen k\u00fcnftiger sch\u00f6ner Vereinsfeste in den kommenden Jahren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">\u00dcber das Abholen der Thronpaare im n\u00e4chsten Jahr wollen wir lieber den Mantel des Schweigens decken. Die Bewirtung der Sch\u00fctzenbr\u00fcder an der Wohnung des K\u00f6nigs war so reichhaltig, da\u00df Musik und Bataillon nur unter \u00e4u\u00dferster Kraftanstrengung beim R\u00fcckmarsch das Festzelt wieder erreichten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Das Sch\u00fctzenfest 1951 wurde in einem Festzelt bei der Gastst\u00e4tte Steinbach gefeiert. Erstmals durfte wieder mit scharfer Munition auf den Vogel geschossen werden. Nach langem erbitterten Wettkampf errang diesmal der 2. Vorsitzende Heinrich Ro\u00dfm\u00f6ller die K\u00f6nigsw\u00fcrde, nachdem er dem Rest des Vogels den Garaus gemacht hatte. Zur K\u00f6nigin erkor er sich Frau Lisa Lieving.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorg\u00e4nger unserer heutigen Sch\u00fctzenvereine &#8222;FREIHEIT&#8220; war der wesentliche Bestandteil des alten Reeser Stadrechtes. 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